Geschichte und Wirkung

Courtesy Sprueth Magers Berlin. Andrea Zittel. Pattern of Habit. Installation view. 2011 Courtesy Galerie Poll Berlin. Aufstellung GROSSE PALUCCA Emerita Pansowova. Foto Lothar C Poll. 2012 Courtesy Galerie EIGEN + ART. Berlin. Ausstellungsansicht. Foto Uwe Walter Berlin. 2012 Courtesy GALERIE VAN DE LOO München. rencontre kuenstlergespraech christian malycha und marcel hueppauff.2011 Courtesy Sprueth Magers Berlin. John Baldessari. Double Feature. Installation view 2011

Als Keimzelle des BVDG gilt die Gründung des Vereins progressiver deutscher Kunsthändler durch die Galeristen Hein Stünke und Rudolf Zwirner im Jahr 1966. Der Verein progressiver deutscher Kunsthändler und seine 18 Gründungsmitglieder richteten 1967 im Kölner Gürzenich den Kunstmarkt Köln ’67 aus, die erste Messe für zeitgenössische Kunst weltweit.
Siehe zur Geschichte der ART COLOGNE den Text von Prof. Dr. Günter Herzog, ZADIK.
1973 ging der Verein progressiver deutscher Kunsthändler in der Europäischen Kunsthändlervereinigung auf.

Eine der ersten kulturpolitischen Aktivitäten des BVDG war 1975 die Unterstützung des an alle politischen Parteien gerichteten Appells „Kunst ist kein Luxus“, um eine große Anfrage im Deutschen Bundestag zur Kulturpolitik zu unterstützen. Im gleichen Jahr beteiligte sich der BVDG erstmals an einem Treffen der Arbeitsgemeinschaft Kunsthandelsverbände, einem gemeinsamen Forum für kunsthandelspolitische Aktivitäten. Bereits in dieser Sitzung stand das Thema Folgerecht im Vordergrund, mit dem der BVDG bis heute befasst ist.

1976 kam es zu ersten Überlegungen im BVDG, wie die geplante neue Künstlersozialabgabe politisch aufgefangen werden könne. Innerhalb des Arbeitskreises deutscher Kunsthandelsverbände wurden in den folgenden Jahren Verhandlungen mit der VG Bild-Kunst geführt, um zu einem Pauschalarrangement zur Abgeltung des Folgerechts und der Künstlersozialabgabe zu kommen. Unter Mitwirkung des BVDG wurde schließlich 1980 die Ausgleichsvereinigung Kunst gegründet, die im Zuge der Abgabe einer Jahresumsatzpauschale den beteiligten Galerien bürokratische und wirtschaftliche Erleichterungen ermöglicht.

Ebenfalls 1980 rief der spätere Vorsitzende des BVDG, Gerhard F. Reinz, zusammen mit der Galeristin Philomene Magers das Förderprogramm junger Künstler auf der Kölner Kunstmesse (seit 1984 ART COLOGNE) ins Leben. Damit unterstrich der BVDG das Berufsbild des Galeristen als Förderer junger Kunst. Das Förderprogramm junger Künstler, seit 2009 New Positions genannt, wird finanziell unterstützt vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, dem Land Nordrhein-Westfalen, der Stadt Köln sowie der Kölnmesse. Zu den rund 650 bisher geförderten Entdeckungen gehören zahlreiche inzwischen international anerkannte Künstler wie Rosemarie Trockel, Tracey Emin, Olafur Eliasson, Neo Rauch und viele andere.

1988 führte der BVDG zusammen mit der Kölnmesse den ART COLOGNE-Preis ein. Der Preis wurde fortan an Persönlichkeiten vergeben, die sich um die internationale Vermittlung der modernen und aktuellen Kunst verdient gemacht haben. Erste Preisträgerin war die New Yorker Galeristin Ileana Sonnabend, es folgten namhafte Ausstellungsmacher, Galeristen, Sammler und Kunstwissenschaftler wie Harald Szeemann, Annely Juda, Frieder Burda, Werner Spies und Harald Falckenberg.

1991 übernahm der BVDG die Organisation des Arbeitskreises deutscher Kunsthandelsverbände (ADK), in dem die politischen und wirtschaftlichen Interessen des Kunsthandels gebündelt formuliert und in den politischen Raum eingebracht werden. Dem ADK gehören derzeit an: der BVDG, der Bundesverband des deutschen Kunst- und Antiquitätenhandels (BDKA), der Verband deutscher Antiquare (VDA) und der Bundesverband Deutscher Kunstversteigerer (BDK).

1992 wurde das Zentralarchiv des deutschen und internationalen Kunsthandels (ZADIK) durch den BVDG gegründet. Ziel des ZADIK ist es, die Einflüsse des Kunsthandels auf die internationale Kunstentwicklung und seine Rolle auf dem Gebiet der Kunstvermittlung, insbesondere nach 1945, zu dokumentieren und zu erforschen. 2001 erfolgte der Umzug des ZADIK von Bonn nach Köln.

Seit 2001 wurden auf Initiative des BVDG deutsche Galerien im Rahmen der Außenwirtschaftsförderung bei der Teilnahme an Auslandskunstmessen finanziell unterstützt: So wurden von 2001 bis 2004 Galerien aus Nordrhein-Westfalen auf der Messe Paris Photo durch das NRW-Wirtschaftsministerium und von 2004 bis 2007 deutsche Galerien auf der New Yorker Kunstmesse Armory Show durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

2007 erfolgte der Zusammenschluss mit dem Bundesverband Deutscher Kunstverleger (BDKV) zum Bundesverband Deutscher Galerien und Editionen e.V. Unter dem neuen Vorsitzenden, dem Stuttgarter Galeristen Klaus Gerrit Friese, vergeben der BVDG und die Koelnmesse nun auch den Cologne Fine Art-Preis, der erstmals 1996 vom BDKV auf der art multiple in Düsseldorf vergeben wurde.

Auf der Mitgliederversammlung des BVDG 2009 wurde mit großer Mehrheit die Verlegung des Sitzes der Geschäftsstelle von Köln nach Berlin ab 2010 beschlossen.

Auf der Mitgliederversammlung des BVDG 2011 wurde mit großer Mehrheit eine Satzungsänderung und die Umbenennung des Verbandes in Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler e.V. beschlossen. Damit wurde ermöglicht, dass der BVDG die Interessen des deutschen Kunstmarktes künftig mit einem erweiterten Radius wahrnehmen kann: nur eine einheitliche Stimme, die für möglichst viele Kunstmarktakteure spricht, kann im politischen Raum die nötige Anerkennung und Resonanz erhalten.

Siehe auch:

BVDG: Peter Raue. 30 Jahre BVDG. Rede anlässlich des 30jährigen Bestehens des BVDG am 30. Oktober 2005 in Köln.

BVDG: Rudolf Zwirner: Der Kunsthandel von 1945 bis heute – Veränderungen und Perspektiven. Vortrag anlässlich der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Deutscher Galerien am 8. Mai 2006 in der Akademie der Bildenden Künste in München.

FAZ: 27.10.2005 Artikel im Feuilleton - Kunstmarkt - Aus dem ZADIKGünter Herzog. Das unnormalste Geschäft der Welt: Der Bundesverband Deutscher Galerien feiert dreißigsten Geburtstag.